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Update aus Minsk

Zurzeit bin ich an den Europäischen Olympischen Spielen in Minsk. Diese finden nach Baku (2015) das zweite Mal überhaupt statt. Für mich ist es eine einmalige Gelegenheit, Erfahrungen im Hinblick auf mein grosses Ziel Tokyo 2020 zu sammeln. Es ist mir eine grosse Ehre, die Schweiz an diesem Anlass vertreten zu dürfen. Im Vergleich zu einem normalen Wettkampf gibt es einige Besonderheiten: Die ganze Organisation wird von Swiss Olympic sichergestellt. Wir haben dafür extra eine einheitliche neue Freizeit-Kleiderkollektion erhalten. Das Velotrikot hat keine Sponsoren und ist mit Rot, Weiss, Schwarz relativ neutral gestaltet. Übernachtet wird im sogenannten Athleten-Village. Zudem ist die Verpflegung mit einer 24h Dining-Hall perfekt abgedeckt.

 

Die Vorbereitung für Minsk verlief nach Plan... leider kam ich aber nicht ganz sturzfrei durch. Innerhalb von einer Woche bin ich zweimal ziemlich heftig und fremdverschuldet gestürzt. Zuerst am Bahnrennen in Fiorenzuola und anschliessend noch in Belgien an der Diamond Ladies Tour. Der zweite Sturz war etwas zu viel und meine Rippen sowie die Haut haben einiges abbekommen. Ich raffte mich zusammen und glücklicherweise ging es schnell wieder besser. Ich bin froh, dass ich planmässig nach Minsk fliegen konnte.

 

Am Donnerstag 20. Juni folg ich nach Minsk und begann das Abenteuer. Ich durfte gleich am darauffolgenden Samstag am Strassenrennen starten. Zusammen mit Marlen Reusser bildeten wir das Schweizer Team. Als kleine Nation wollten wir gegen die Strassennationen wie Holland und Italien auch ein Wörtchen mitreden. Wir zeigten beide ein gutes Rennen, aber leider konnte ich mich nicht immer wie gewollt im Feld positionieren. Die Rennentscheidung fiel rund 2.5 km vor dem Ziel. In einem ca 300 Meter lagen Kopfsteinpflaster-Abschnitt zog es das Feld sehr auseinander. Leider war die vorderste Gruppe bereits weg und ich fand mich in der zweiten Gruppe wieder. Schlussendlich beendete ich das Rennen auf dem 22. Rang und 11 Sekunden hinter der Siegerin. Es war eine grossartige Erfahrung, mitten in der Stadt von Minsk dieses Rennen fahren zu dürfen.

 

Nun muss ich mich noch etwas gedulden bis zum Einsatz auf der Bahn. Am kommenden Sonntag werde ich zusammen mit Léna Mettraux im Madison starten.

 

Bis bald

Andrea